Kamera: © Ralf Gründer, Berlin (27.02.2016)
Produktion: DDT - Das freie Dokumentarfilm-Team (Gründer, Just, Pahl, 2022)
Dauer: 03:45 min
Drehort: An der Hinterlandmauer, Berlin-Mitte
Transcript
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Pahl: Wie sind denn Ihre Erinnerungen an den 13. August 61?
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Just: Ja, das ist natürlich ein Datum, was so richtig tief in die in die Privatgeschichte eingeschnitten hat. Bin ja so ein richtiger Berliner mit einer Hälfte der Familie, die auch in Ostberlin zu Hause war. Meine Großeltern und die andere Hälfte. Also ich habe selber als Kind in Westberlin gewohnt, war aber schon in den 50er Jahren oft bei meiner Großmutter zu Besuch und habe da auch ganze Monate gelebt.
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Also, ich kannte das Leben in Ostberlin aus so einer richtigen Wohnperspektive als Kind relativ gut. Und so war es auch bei uns 61. Ich war mal wieder in den Ferien bei der Oma und habe dann eben da am besagten 13. August morgens mit meinem Opa den RIAS gehört, im Radio. Fernsehen hatten die noch nicht. Und dann kamen diese ganzen Meldungen, was passiert war und ich merkte an meinen Großeltern war ja noch relativ Plänen, dass die waren völlig zerstört und ging doch ans Heulen und so über die sich fortlaufend berichtete Situation.
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Und mir wurde dann so irgendwie klar Ja, du bist ja jetzt bei der Oma im Osten und ja, was heißt das jetzt? Die Grenze ist zu. So ne, also so hat man angefangen auch selber nachzudenken. Wie kommst denn jetzt hier wieder raus? Wie komme ich zum Papa und so? Und das war schon ein spannender Tag, weil es passierte erstmal gar nichts.
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Also es kam keiner. Und Telefon war damals ja noch alles sehr schwierig. Und dann saß man da so nach dem Motto Naja, irgendwann wird ja vielleicht mal was passieren. Und es dauerte dann wohl bis zum 15. Vormittags. Da kam dann meine Mutter und hat mich abgeholt. Das ist jetzt auch nicht ein großer Helden- oder Spezial-Akt gewesen. Das ging eben so etwa 15 Tage noch haben die hat die DDR zugelassen, dass man mit einem entsprechenden Schein, also Ausweis oder so junge Leute oder Kinder da passieren konnten mit ihren Eltern zusammen.
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Dann hat man das auch eingestellt und dann wurden alle, die das bis dahin nicht geschafft hatten, das hat es ja wirklich auch gegeben. Richtig Fälle für Internationale Rote Kreuz. Die mussten dann also da zum Teil über lange Zeiten darum kämpfen, dass sie dann wieder sozusagen repatriiert wurden.
Das sind meine Erinnerungen an 13. August, also so eine ganz individuelle Geschichte.
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Pahl: Sehr interessant, Jedenfalls!
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Tipp 1: Berliner Mauerkunst : eine Dokumentation / von Ralf Gründer. - Köln ; Weimar ; Wien : Böhlau, 2007. - 352 S. : überw. Ill. ; 22 cm.
ISBN 978-3-412-16106-4 [AMAZON-LINK]
Tipp 2: Berliner Mauermalerei : ein dokumentarischer, multimedialer Spaziergang entlang der Berliner Mauer in der Zeit vor und während des Mauerfalls 1989 ; [CD-ROM] [CD-ROM]. - Berlin : Gründerzeit Verl., [1999]. - 1 CD-ROM + 1 Beih. - Systemvoraussetzungen: Windows 95/98; 486 PC 100 MHz; 32 MB RAM, besser 112 MB; Soundkarte 16 Bit; CD-ROM-Laufwerk (double-speed); Grafikkarte 800x600 Pixel, True Color. - USK: Info- Lehrprogramm gemäß § 14 JuSchG / Eigenvergabe 109j.
ISBN 3-9806893-0-1 [AMAZON-LINK]
Tipp 3: Niemand hat die Absicht ... : Screenshot-Fotografie aus der Kameraarbeit von Herbert Ernst ; gedreht in den Jahren 1961 und 1962 im geteilten Berlin ; eine Dokumentation / von Ralf Gründer. - 3. Auflage. - Berlin : Berliner Wissenschafts-Verlag, 2016. - 456 Seiten : Illustrationen ; 20.8 cm x 21 cm.
ISBN 978-3-8305-3673-4 [AMAZON-LINK]