Teil 1.: Neuruppiner Straße 157 (Hinweistafel)

Kamera, Ton und Schnitt: © Ralf Gründer, Berlin (11.09.2026)

 

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Teil 2: Neuruppiner Straße 157 (Tunneleinstieg), Berlin (Düppel)

Kamera, Ton und Schnitt: © Ralf Gründer, Berlin (11.09.2026)

 

Teil 3: Wolfswerder 29 (Ausstieg), Kleinmachnow

Kamera, Ton und Schnitt: © Ralf Gründer, Berlin (11.09.2026)
Produktion: DDT - Das freie Dokumentarfilm-Team, Berlin

 

Fakten: 

Der Tunnel war ca. 50 Meter lang und verlief in einer Tiefe von nur 2 Metern.

Tunneleinstieg: Neuruppiner Str. 157. Berlin-Düppel, Zehlendorf
Tunnelausstieg: Wolfswerder 29, Kleinmachnow, Brandenburg

Gegraben haben: Boris und Eduard Franzke, Klaus Gehrmann und Wolfgang Zobel, genannt „Bibi. Harry Seidel, als Fluchthelfer und Tunnelbauer von der Heidelberger und der Kiefholzstraße bekannt, war ebenfalls dabei und hatte zur Unterstützung noch seinen Freund Wolfgang Hartlieb, genannt „Pfleile“, mitgebracht. der ab dem 5.11.62 mitgrub.

Mit der Sprengung des Tunnels während der Fluchtnacht wollte sich die Stasi der Tunnelgräber entledigen. Ans Messer geliefert werden sollte Harry Seidel, für die STASI ein Staatsfeind Nr. 1 sowie der Fluchthelfer und Tunnelgräber Horst Breistroffer.

Es kann, so Dr. Burkhart Veigel,  mit 99%iger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass der Fluchthelfer Bodo Posorski ab dem 5.11.1962 seine Informationen an die Stasi weitergegeben hat.

Am 11.11. 62 fuhr ein Mannschaftswagen der Stasi in der Wolfswerder 29 vor und verhaftete 13 dort wartende Flüchtlinge.

Am 14. November 1962, am Tag, an dem der Tunnel sein Ziel erreichen sollte, fuhr Bodo Posorski mit dem Fluchthelfer Horst Breistroffer zur Neuruppiner Str. 157, und wollte erreichen, dass dieser als erste den Tunnel öffnet und die Fluchtwilligen zum Tunneleingang leitet. Mit Horst Breistroffer und Harry Seidel hätte Bodo Posorksi der Stasi zwei Nr. 1-Staatsfeinde der Stasi freihaus geliefert. 

Da die platzierte 5kg-Sprenstoffladung nicht detonierte, konnte Harry Seidel, den Verrat nicht ahnend, den Tunnelausstieg verlassen, ging um das Haus Wolfswerder 29 herum, wollte die Verandatür öffnen und stand acht Stasiagenten mit gezückten Waffen gegebenüber.

Seites der Stasi wurde diese Aktion geleitet von Oberbefehlshaber Oberstleutnant Leibholz. Der Sprengmeister war Oberstleutnant Richard Schmeing. Ob er es wirklich war, der die Explosion verhinderte, ist ungesichert. Es gibt auch andere Stimmen, die behaupten, es anders zu wissen. So verflüchtigt sich der Gedanke, dass es wenigsten einen guten Stasibeamten gegeben haben könnte, in das Reich der Illusionen. 

Von den fluchtwilligen DDR-Bürgern wurden ca. 50 Personen verhaftet:

  1. Verhaftungsaktion am 11.11.62: 13 Personen
    Irmgard und Willi Tetsch + Tochter Barbara (3),
    Guntram und Juliane Schaller + Töchter Ingrid und Helga (4),
    Ulrich Berger mit Frau aus dem Haus gegenüber (2),
    Georg und Irmgard Stellmach + Tochter Marianne + Cousin Hans Stockmann (4)
  2. in zwei weiteren Aktionen ca. 37 Personen, deren Namen größtenteils unbekannt sind.

Am 27.11.62 sprengte die Stasi den Tunnel.

Vertiefende Informationen finden Sie im Buch „Wege durch die Mauer“ von Burghart Veigel auf den Seiten 352 - 376.

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Tipp: Burghart Veigel: Wege durch die Mauer, Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West, Edition Berliner Unterwelten, Ch. Links Verlag, 5. Auflage, 624 Seiten, ISBN 978-3-96289-073-5.

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