Wege durch die Mauer | Pfingst- u. Castillon-Tunnel - Heidelberger 28 ( 9-11.6.1962)
Am 17. Oktober 2025 berichtet Dr. Burkhart Veigel im Gespräch mit Georg Pahl vom erfolgreichen Pfingst- und Castillon-Tunnel, die beide ihren Ursprung in einem Keller der Heidelberger Str. 28 hatten.
Am 17. Oktober 2025 berichtet der Fluchthelfer und Buchautor Dr. Burkhart Veigel im Gespräch mit Georg Pahl über Tunnelfluchten aus Ostberlin, Treptow nach Neukölln, Berlin (West). Zur Sprache kommen dabei der Pfingst und Castillon-Tunnel, die aus dem Keller des Hauses Heidelberger Str. 28 (Heidelberger Krug bzw. Heidelberger Treff) gegraben wurden.
Der Pfingst-Tunnel hatt eine Länge von ca. 20 Meter. Der Durchbruch erfolgte am 9. Juni. Über Pfingsten (10. u. 11. Juni) flohen insgesamt 18 Personen. Als am Pfingstmontag immer mehr gelangweilt dreinschauende Personen in der Heidelberger auftauchten, war den Fluchthelfern klar, dass die Stasi Wind von dieser Fluchtgilfeaktion bekommen hatte und brachen die Aktion ab.
Am 12. Juni 1962 wird der Tunneleinstieg von Grenzern zugemauert
Der Castillon-Tunnel begann wie der Pfingst-Tunnel in der Heidelberger Str. 28 und nutze auch die ersten Meter dieses Tunnels, weil Harry Seidel davon ausging, dass sich die Grenzer nicht bis nach Berlin (West) hineinwagen würden. Unter der Mauer grub er nach links weiter, um die Fleischerei Vollmer in der Elsenstr. 40 zu erreichen. Als man dann in Erfahrung bringen konnte, dass der Fleischer nicht fliehen will, wurde dieser Tunnelabschnitt stillgelegt. Als dann bekannt wurde, dass das Schneiderehepaar Siegfried und Elsbeth Castillon, wohnhaft Elsenstraße 86 fliehen möchte, nahmen die Tunnelgräber ihre Arbeit wieder auf. Also bog der Tunnel erneut ab und erreichte am 6. Oktober den Keller, wo die Castillons schon auf ihre Helfer warteten.
Der Stasi-Spitzel Siegfried Uhse erfuhr von der geplanten Massenflucht und leitete seine Informationen an seinen Stasi-Führungsoffizier weiter. Durch den Verrat konnten ca. 40 Personen nicht fliehen, der Fluchthelfer Ehrhard Willich wurde angeschossen und schwer verlertzt, vier Flüchtlinge wurden verhaftet, die anderen Flüchtlinge hörten die Schüsse und zogen sich unbemerkt zurück.
Tipp 1: Wege durch die Mauer - Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West / Burkhart Veigel, Berlin : Ed. Berliner Unterwelten im Ch. Links Verlag, 2019, 619 Seiten : Ill., graph. Darst., Kt. ; 23 cm, 5., erw. Aufl. mitLiteraturverz. S. 603 - 610, Deutsch, ISBN 978-3-96289-073-5
Tipp 2: Mut und Freiheit – „Meine“ Flüchtlinge und meine Fluchthelfer-Freunde:, Verlag: BoD, Book on Demand GmbH, 2025, 494 S., etc., ISBN 978-3-8192-1465-3
Wege durch die Mauer
Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West
Burkhart Veigel, Berlin : Ed. Berliner Unterwelten im Ch. Links Verlag, 2019, 619 Seiten : Ill., graph. Darst., Kt. ; 23 cm, 5., erw. Aufl. mitLiteraturverz. S. 603 - 610, Deutsch, ISBN 978-3-96289-073-5
Mut & Freiheit
„Meine“ Flüchtlinge und meine Fluchthelfer-Freunde.
Burkhart Veigel, Berlin, Verlag: BoD, Book on Demand GmbH, 2025, 494 S., etc., ISBN 978-3-8192-1465-3
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