Der Bau des „Antifaschistischen Schutzwalls″ lässt sich, bezogen auf die Vorderlandmauer, in drei Generationen unterteilen

Abstract

Von langer Hand vorbereitet begannen die be­waffneten Organe der DDR unter der Leitung von Erich Honecker in den frühen Morgenstunden des 13. August 1961 die innerstädtische Sektor­engrenze (43,70 km) und die Berliner Zonengrenze (112,70 km) - wie schon zuvor die innerdeutsche Grenze (1380 km) am 28. Mai 1953 - hermetisch zu verbarrikadieren.

Kampftruppen der DDR versperren den Zugang zu Ostberlin am Brandenburger Tor

Am 13. August 1961 versperren Angehörige der bewaffneten Organe der DDR den Sektorenübergang Brandenburger Tor. Foto: © Arved Raabe, 13.08.1961, Berlin

Durch diese Absperrmaßnahmen wurden ca. 17 Mill. Menschen im „KZ″-DDR eingesperrt und von deutschen Rotarmisten be­wacht, denunziert, bespitzelt, zersetzt und geistig entmündigt.

Insgesamt gab es ,drei' Generationen der Vorderlandmauer, die im Volksmund als Schandmauer oder verharmlosend als Mauer bzw. als Berliner Mauer bezeichnet wurden. Offiziell wurde das Gesamtbauwerk vom Erbauer DDR als „Antifaschistischer Schutzwall″ bzw. auch als „Antifaschistischer Friedensschutzwall″ bezeichnet. Zusätzlich zu den ,drei' Generationen der Vorderlandmauer - bzw. dem ,ersten' Sperrelement ,feindwärts' - gab es bauliche Modifikationen.

Mit der Errichtung der ‚ersten′ Generation der Vorderlandmauer wurde zwei Tage nach dem 13. August, am 15. August 1961 begonnen. Die Ausbauphase der ‚zweiten′ Generation begann um 1966. Mit der Errichtung der ‚dritten′ Generation, der sogenannten Grenzmauer 75 begannen die Pioniere der Grenztruppen der DDR um 1975.

Die Zustandsbeschreibungen des „Antifaschistischen Schutzwalls″ wurden vom Nationalen Verteidigungsrat (NVR) bzw. von den Grenztruppen der DDR als „Pionier- und signaltechnischer Ausbau der Staatsgrenze“ bezeichnet.

 


Tipp 1: Der Bau der Mauer durch Berlin. Die Flucht aus der Sowjetzone und die Sperrmaßnahmen des kommunistischen Regimes vom 13. August 1961 in Berlin. 159 Seiten, Hrsg. vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen, Bonn und Berlin 1961

Tipp 2: Rathje, Wolfgang
"Mauer-Marketing" unter Erich Honecker : Schwierigkeiten der DDR bei der technischen Modernisierung, der volkswirtschaftlichen Kalkulation und der politischen Akzeptanz der Berliner "Staatsgrenze" von 1971-1990 / vorgelegt von Wolfgang Rathje. - 2001. - 996 S. - Kiel, Univ., Diss., 2001

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